Alles, was Sie über Hecken und das Heckenschneiden wissen sollten!

Alles zum Thema Hecken, Heckenscheren und das Heckenschneiden

Bartträger kennen das vielleicht: Ohne regelmäßiges Trimmen wuchert die Gesichtsbehaarung unkontrolliert, ungleichmäßig und chaotisch. Mit Ihrer Gartenhecke ist das ganz genauso. Bevor wir uns aber in einem bald erscheinenden Einkaufsratgeber der Auswahl des perfekten Bart…, pardon der perfekten Heckenschere widmen, wagen wir hier einen Exkurs in die erstaunlich vielfältige Welt der Gartenhecken!

 

Was ist überhaupt eine Hecke – und wo darf sie stehen?

Rechtlich betrachtet ist eine Hecke jedes Gewächs, dessen einzelne Pflanzen so dicht nebeneinanderstehen, dass sie miteinander verwachsen und eine mehr oder weniger geschlossene Wand bilden. Weil das in der Regel auch einen ganz passablen Sichtschutz ermöglicht, sind Hecken als Grundstücksbegrenzung extrem beliebt. In vielen Fällen sind sie außerdem sehr pflegeleicht. Doch Vorsicht: Wer einfach in den nächsten Gartenmarkt geht und dann munter drauflospflanzt, kann in Schwierigkeiten geraten: Manche Städte und Gemeinden machen im Bebauungsplan nämlich Vorschriften zum Grenzbewuchs. Dort ist dann mitunter die maximale Höhe festgeschrieben, der Mindestabstand zur Grundstücksgrenze oder auch die Heckenart – am besten erkundigen Sie sich bei der zuständigen Behörde, und ein vorangehendes Gespräch mit angrenzenden Nachbarn schadet auch nie. 

Was in jedem Fall zu beachten ist: Hecken sollten nicht genau auf der Grundstücksgrenze stehen, die exakten Abstände schreibt das Bundesland im Nachbargesetz vor (in Bayern: mindestens 50 Zentimeter bei Wuchshöhen kleiner als zwei Meter; bei größeren Hecken mindestens zwei Meter Abstand). Interessant dabei: Es ist nicht direkt verboten, Hecken näher an die Grenze zu pflanzen, jedoch kann der Eigentümer des betreffenden Nachbargrundstücks im Streitfall verlangen, dass die Hecke zurückgeschnitten, entfernt oder versetzt wird. Ragen außerdem Zweige (gilt auch für Bäume) in ein angrenzendes Grundstück und führen dort zu einer Beeinträchtigung (sie sind beispielsweise dem Bau einer Gartenhütte im Weg), so kann der Betroffene das Entfernen der überstehenden Baum- oder Pflanzenteile verlangen – oder nach Ablauf eines angemessenen Ultimatums selbst tätig werden. Um solchen Streitigkeiten effektiv vorzubeugen, fragen Sie Ihre Nachbarn doch einfach mal, ob die sich nicht vielleicht eine Hecke mit Ihnen teilen wollen. Das ist nicht nur gut fürs nachbarschaftliche Verhältnis, sondern halbiert gleich auch noch Ihren Pflegeaufwand.

Welches sind die beliebtesten Heckengewächse?

Heckenarten gibt es viele; sie unterscheiden sich in Wuchs, Pflegeaufwand, Blickdichtigkeit, Giftigkeit, und, und, und. Hier einige Beispiele:

  1. Ob Sie’s glauben oder nicht: die Hainbuche ist gar keine Buche wie sie im Buche steht, sondern ein Birkengewächs. Wer es ganz genau wissen will: Die Hainbuche gehört lediglich zur selben Ordnung wie die Buche – zu den Fangales (Buchenartige) –, viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Sommergrüne Hainbuchenhecken sind insgesamt ziemlich anspruchslos und robust, wachsen bis zu einer Höhe von etwa vier Metern und sollten ein- bis zweimal im Jahr geschnitten werden. Lassen Sie mal einen Schnitt aus, steckt die Hainbuche das meist sehr gutmütig weg, auch wenn ihr Wuchs dann schnell etwas wilder aussieht.
  2. Ligusterhecken (auch „Rainweiden“) gibt es als sommer- und als immergrüne Variante, in beiden Fällen ist sie jedoch – wie auch die Hainbuche – ein relativ anspruchsloses Gewächs: Ohne Rücksicht auf Boden oder Licht zu nehmen, wächst die Ligusterhecke sehr schnell, sodass sie zweimal im Jahr zurückgeschnitten werden sollte – gerne auch mal etwas großzügiger. Der Nachteil daran: Der rasche Wuchs setzt sich auch in den Wurzeln fort, was unter Umständen für die Pflanzen in der Umgebung zum Problem werden kann. 
  3. Noch etwas pflegeleichter ist eine Eibenhecke: Sie fühlt sich wohl bei einer Größe zwischen ein und vier Metern, verträgt Schnee genauso gut wie pralle Sommersonne oder trockene Böden und sie beschwert sich auch nicht, wenn Sie sie mal bis aufs Holz zurückschneiden. Doch Vorsicht: Eiben sind giftig, was gerade, wenn Kinder im Garten spielen, zu einem nicht zu unterschätzenden Problem werden kann! Wird sie jedoch nicht vom allzu neugierigen Nachwuchs aufgegessen, wird eine Eibenhecke gut und gerne mal bis zu 1.000 Jahre alt – sie ist also eine Investition fürs Leben.
  4. Berberitzenhecken sind sommergrün und werden zwischen einem und drei Meter hoch. Die Blüten sind gelb, die Zweige weisen Blattdornen auf und bis auf die Beeren ist eigentlich alles an der Berberitze giftig. Diese genügsame Heckenart sollten Sie sowohl nach dem Pflanzen als auch nach der Blütezeit in Form trimmen – und dann noch einmal zur Verjüngung im Januar.
  5. Der Heckenklassiker in unseren Breitengraden: Buchsbaum. Das mag einerseits daran liegen, dass er für sein Wachsglück recht wenig braucht, oder andererseits daran, dass er sehr robust auch kurze Trockenperioden übersteht. Zu viel Sonne und Hitze (wie etwa unmittelbar vor einer Südmauer) bekommen dem Buchsbaum jedoch nicht. Er wächst relativ kompakt und bis zu sechs Meter in die Höhe – wobei er dann untenrum gerne auch mal ein bisschen lichter wird. Das beste Mittel gegen allzu ausgedünnte Bereiche ist ein regelmäßiger Schnitt, der gerne auch mal bis ins Holz gehen kann. Buchsbäume können während ihrer Hauptwachstumsphase zwischen April und September gut und gerne bis zu fünfmal pro Jahr geschnitten werden, je mehr, desto dichter in der Regel der Wuchs. Großes Pro für den Buchsbaum: Bienen mögen ihn sehr gerne!

Sie sehen: An Heckenarten mangelt es wahrlich nicht, diese Liste ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Zum Beispiel mit Efeu, Thuja occidentalis (Lebensbaum), Feuerdorn, Heckenrose, Kirschlorbeer, Glanzmispel, Scheinzypresse, Stechpalme, Rotbuche oder Feldahorn – und das sind nur die bekanntesten und beliebtesten.

Wann ist die beste Zeit, Hecke zu trimmen?

Sie haben es vielleicht schon zwischen den Zeilen herausgelesen: Jede Heckenart stellt ganz eigene Anforderungen an Sie als Gartenbesitzer. Das ist aber noch längst nicht alles: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz § 39 darf zum Schutz brütender Vogel eine Hecke zwischen 1. März und 30. September lediglich schonend zur Pflege beziehungsweise minimal in Form geschnitten werden. Radikale Rückschnitte oder gar die vollständige Entfernung einer Hecke sind in diesem Zeitraum nicht erlaubt und mit teilweise hohen Bußgeldern belegt. Die Bundesländer können diese Vorgaben darüber hinaus in individuellen Regelungen noch weiter einschränken. Weil aber kaum eine Regel ohne Ausnahme bleibt, müssenHecken in jedem Fall zurückgeschnitten werden, sobald sie die Verkehrssicherheit auf den angrenzenden Straßen oder Fußwegen beeinträchtigen – etwa, wenn nach einem Sturm Teile der Hecke einen Gehweg unpassierbar machen.

Trotzdem geben wir Ihnen gerne folgende grundsätzliche Tipps mit auf den Weg, damit Sie künftig möglichst wenig Scherereien mit Ihrer Hecke haben:

1.    Pflege von sommergrünen Hecken

Wirft Ihre Hecke im Herbst Laub ab, so ist sie sommergrün und sollte im Frühjahr an einem frostfreien Tag eingekürzt werden. Für diesen Pflanzschnitt ist es perfekt, wenn Sie zwischen einem Drittel und der Hälfte des Haupttriebes entfernen. Ende Juli vertragen diese Heckenarten einen weiteren, jedoch eher leichten Sommerschnitt, damit sie möglichst gut die Form behalten. Vor allem junge Hecken sollten in den ersten Jahren mit Verjüngungsschnitten regelmäßig gestutzt werden, damit sie unten nicht kahl werden. 

Aber: Frühlingsblühende Hecken sollten nicht schon im Frühjahr zurückgeschnitten werden, um die Blütenpracht nicht zu schmälern – hier greifen Sie besser unmittelbar nach der Blüte und dann auch nur einmal pro Jahr zur Heckenschere.

2.    Pflege von immergrünen Hecken

Tragen Hecken das ganze Jahr über Blätter (oder Nadeln), werden sie meist einmal im Frühjahr vor dem Austrieb Anfang März und einmal im August oder September geschnitten. Je nach Art und Wuchsgeschwindigkeit können zwischenzeitlich weiter Schnitte notwendig sein. Damit Nadelhecken nicht verkahlen, schneiden Sie sie am besten nur im grünen Bereich, also nicht bis runter auf das alte, braune Holz. Hierbei gilt: lieber etwas weniger und dafür einmal öfter trimmen. 

3.    Alle Hecken

Grundsätzlich schneiden Sie Hecken am besten bei bedecktem Himmel, damit sich die inneren Blätter sanft an die Sonneneinstrahlung gewöhnen können. Heiße Sommertag sind also tabu. Auch der Winter ist zur Gartenpflege denkbar ungeeignet: Sie riskieren zwar keine rechtlichen Konsequenzen oder Nachbarschaftsstreitigkeiten, wenn Sie im Dezember zur Heckenschere greifen, jedoch nimmt eine frischt gestutzte Hecke bei Frost mitunter dauerhaften Schaden. 

Davon abgesehen gilt bei allen Formhecken: Für gleichmäßig dichtes Wachstum, ist regelmäßiges Trimmen unabdingbar. Schneiden Sie die Hecke dabei stets trapezförmig zu, also unten breit, oben schmal. Auf diese Weise erreicht das Sonnenlicht möglichst auch die tiefer liegenden Blätterebenen. Wer es mit der gleichmäßigen Höhe dabei ganz genau nimmt, der steckt sich zwei Stöcke in die Hecke und spannt dazwischen eine Richtschnur.

Wohin mit den Abfällen?

Heckenabfälle können Sie auf Ihren Kompost werfen oder aber schreddern und zum Mulchen verwenden. Dickere Äste eignen sich getrocknet auch als Brenn- oder Anzündeholz für den eigenen Kamin. Kommen diese Möglichkeiten für Sie nicht in Frage, bleibt nur noch die fachgerechte Entsorgung: Weil Biotonnen, je nach Heckengröße, mitunter sehr schnell voll sind, können Sie Ihre Heckenreste in der Regel kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben.

 

Alle Klarheiten beseitigt?

Puh, Hecken sind ganz schön kompliziert, nicht wahr? Vielleicht merken Sie sich einfach diese Regel: Wie häufig Sie Ihre Hecke schneiden, hängt ein Stück weit von Ihrem persönlichen Geschmack ab, viel mehr aber noch von der Art Ihrer Hecke. Am besten lassen Sie sich dazu im einem Gartenfachgeschäft beraten. Welche Heckenschere sich für den Schnitt am besten eignet, erörtern wir im nächsten Blogbeitrag – am besten abonnieren Sie unseren Newsletter, um das nicht zu verpassen. 

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